ABB Fehlerstrom-Schutzschalter
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ABB Fehlerstrom-Schutzschalter kaufen: FI-Typ und Schutzfunktion richtig wählen
ABB deckt den Fehlerstromschutz mit reinen FI-Schaltern (RCCB), kombinierten FI/LS-Schaltern (RCBO) und unterschiedlichen Fehlerstromtypen ab. Innerhalb der ABB Systemwelten System pro M compact® und FlexLine® unterscheiden sich die Ausführungen unter anderem nach Fehlerstromart, Bemessungsfehlerstrom, Polzahl, Überstromschutz und Anschlusstechnik. Entscheidend ist daher nicht allein die Stromangabe auf dem Gerät, sondern das vollständige Schutzkonzept.
Wie erkennt ein ABB FI-Schalter einen Fehlerstrom?
ABB RCDs vergleichen die Ströme der aktiven Leiter
Im fehlerfreien Betrieb ist die Stromsumme im Summenstromwandler ausgeglichen. Fließt ein Teilstrom über einen unerwünschten Weg gegen Erde ab, entsteht eine Differenz zwischen Hin- und Rückstrom. Überschreitet sie die für die Schutzeinrichtung maßgebliche Auslöseschwelle, erfolgt die Abschaltung.
ABB-Auswahlregel: Bemessungsstrom und Bemessungsfehlerstrom nicht verwechseln. Beide Werte beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und müssen getrennt zur geplanten Schutzfunktion passen.
Wie unterscheiden sich ABB FI-Typ A, Typ F und Typ B?
| ABB FI-Typ | Erfasste Fehlerstromformen | Technische Einordnung |
|---|---|---|
| Typ A | Sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme | Grundlegende ABB Fehlerstromtechnik für viele Wechselstromanwendungen. Die Eignung muss immer zur angeschlossenen Last passen. |
| Typ F | Zusätzlich Mischfrequenz-Fehlerströme | ABB ordnet Typ F insbesondere einphasigen Verbrauchern mit Frequenzumrichter beziehungsweise Wechselrichtertechnik zu. Der Erfassungsbereich reicht nach ABB bis 1 kHz. |
| Typ B | Zusätzlich glatte Gleichfehlerströme und erweiterte Frequenzanteile | ABB führt Typ B als allstromsensitive Lösung für Anwendungen, bei denen Fehlerstromformen auftreten können, die Typ A oder F nicht vollständig erfassen. |
Den FI-Typ nicht pauschal nach Gebäudetyp auswählen: Entscheidend sind die möglichen Fehlerstromformen der angeschlossenen Verbraucher. ABB ordnet Typ F und Typ B deshalb gezielt Anwendungen mit leistungselektronischen Verbrauchern beziehungsweise Frequenzumrichtern zu.
Warum gibt es bei ABB unterschiedliche Fehlerstromtypen?
ABB staffelt den Fehlerstromschutz nach erkennbaren Stromformen
Typ A bildet bei ABB die Basis für wechsel- und pulsstromsensitive Anwendungen. Typ F erweitert die Erkennung um Mischfrequenzen, wie sie bei einphasiger Leistungselektronik auftreten können. Typ B ergänzt die allstromsensitive Erfassung um glatte Gleichfehlerströme und ist damit für entsprechend anspruchsvollere Verbraucher vorgesehen.
Praxis-Tipp: Bei elektronischen Lasten die Herstelleranforderungen des angeschlossenen Verbrauchers mit dem ABB FI-Typ abgleichen, statt automatisch einen Standardtyp zu übernehmen.
RCCB, RCBO und ABB Systemplattform richtig unterscheiden
| ABB Einordnung | Schutzfunktion | Wichtig für die Planung |
|---|---|---|
| FI / RCCB | Fehlerstromschutz | Ein reiner RCCB enthält keinen integrierten Leitungsschutz gegen Überlast und Kurzschluss. Der Überstromschutz ist separat zu berücksichtigen. |
| FI/LS / RCBO | Fehlerstrom- und Überstromschutz | ABB kombiniert beide Funktionen in einem Gerät. Zusätzlich zum FI-Typ werden daher Bemessungsstrom, Auslösecharakteristik und Schaltvermögen relevant. |
| System pro M compact® | klassische ABB DIN-Schienen-Systemtechnik | Fehlerstromschutz wird mit abgestimmtem Zubehör, Schutzgeräten und Verbindungstechnik innerhalb der ABB Plattform geplant. |
| FlexLine® | ABB Push-in-Systemplattform | FlexLine® nutzt Push-in-Anschlusstechnik und eine eigene PSX-Phasenschienenlogik. Plattform und Zubehör deshalb nicht mit System pro M compact® gleichsetzen. |
Sicherheitshinweis: FI-Typ, Bemessungsfehlerstrom, Bemessungsstrom, Polzahl, Vorsicherung und gegebenenfalls integrierter Überstromschutz müssen zur elektrischen Anlage und den angeschlossenen Verbrauchern passen. Auswahl, Anschluss und Prüfung von Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Weitere Hinweise enthält die Sicherheitsinformation zur Elektroinstallation .
Häufige Fragen zu ABB Fehlerstrom-Schutzschaltern
Was ist der Unterschied zwischen ABB FI und FI/LS?
Ein ABB FI beziehungsweise RCCB übernimmt den Fehlerstromschutz. Ein FI/LS beziehungsweise RCBO kombiniert Fehlerstromschutz mit einem integrierten Schutz gegen Überlast und Kurzschluss.
Was unterscheidet ABB FI Typ A, F und B?
Typ A erkennt sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ F erweitert die Erkennung um Mischfrequenzen. Typ B ist allstromsensitiv und erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme.
Was bedeutet 30 mA bei einem ABB FI-Schalter?
30 mA bezeichnet den Bemessungsfehlerstrom IΔn der entsprechenden Ausführung. ABB führt daneben auch andere Bemessungsfehlerströme für unterschiedliche Schutzaufgaben. Der erforderliche Wert richtet sich nach Anwendung und Schutzkonzept.
Wann ist ein ABB FI Typ F oder Typ B relevant?
Typ F ist für Anwendungen relevant, bei denen Mischfrequenz-Fehlerströme auftreten können, etwa bei bestimmten einphasigen Wechselrichter- oder Frequenzumrichterlasten. Typ B ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen zusätzlich glatte Gleichfehlerströme berücksichtigt werden müssen.
Sind ABB System pro M compact® und FlexLine® direkt austauschbar?
Nicht pauschal. ABB FlexLine® besitzt eine eigene Push-in-Anschlusstechnik und PSX-Verbindungssystematik. Zubehör, Phasenschienen und Gerätekombinationen müssen deshalb immer zur jeweiligen ABB Systemplattform passen.