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IP-Schutzarten bei Leuchten und Elektroinstallation
IP-Schutzarten verständlich erklärt

IP-Schutzarten: Was bedeuten IP20, IP44, IP65, IP67 & IP68?

Welche Schutzart passt zu Bad, Garten, Garage oder Wohnraum? Hier stehen die wichtigsten IP-Codes, Schutzklassen und IK-Werte übersichtlich erklärt.

Schutzart richtig einordnen

Was bedeutet die IP-Schutzart?

Auf Leuchten, Steckdosen, Verteilern und anderen elektrischen Betriebsmitteln stehen häufig Angaben wie IP20, IP44, IP54, IP65, IP67 oder IP68. Die Kennzeichnung zeigt, wie das Gehäuse gegen Berührung, feste Fremdkörper und Wasser geschützt ist.

Bei einem Code wie IP65 beschreibt die erste Ziffer den Schutz gegen Berührung und Fremdkörper. Die zweite Ziffer steht für den Wasserschutz.

Die höchste IP-Schutzart ist dabei nicht automatisch für jeden Einsatz die beste Wahl. Entscheidend ist, welcher Belastung das Produkt an seinem tatsächlichen Montageort ausgesetzt ist.

Nicht verwechseln

IP-Schutzart, Schutzklasse und IK-Code

  • IP-Schutzart: Schutz des Gehäuses gegen Berührung, Fremdkörper und Wasser.
  • Schutzklasse: Schutzmaßnahme gegen elektrischen Schlag.
  • IK-Code: Widerstandsfähigkeit des Gehäuses gegen mechanische Stöße.
Aufbau des IP-Codes

Was bedeuten die beiden Zahlen einer IP-Schutzart?

Der IP-Code ist in DIN EN 60529 beschrieben. Hinter den Buchstaben IP stehen normalerweise zwei Kennziffern.

1. Ziffer – Fremdkörper- und Berührungsschutz

Die erste Kennziffer reicht von 0 bis 6. Sie zeigt unter anderem, welche Größe feste Fremdkörper haben dürfen, bevor sie in ein Gehäuse eindringen können.

Eine 5 steht für ein staubgeschütztes, eine 6 für ein staubdichtes Gehäuse.

2. Ziffer – Schutz gegen Wasser

Die zweite Kennziffer beschreibt die Wasserbeanspruchung: von Tropfwasser über Spritz- und Strahlwasser bis zum zeitweiligen oder dauerhaften Untertauchen.

Beispiel IP44: Die erste 4 steht für Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm. Die zweite 4 kennzeichnet Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen.

Erste IP-Ziffer: Schutz gegen Berührung und feste Fremdkörper

Ziffer Schutz gegen feste Fremdkörper Einordnung
0 Kein besonderer Schutz Kein festgelegter Fremdkörperschutz
1 Fremdkörper ab 50 mm Schutz gegen großflächige Berührung
2 Fremdkörper ab 12,5 mm Typischer Schutz gegen Berührung mit einem Finger
3 Fremdkörper ab 2,5 mm Schutz gegen gröbere Werkzeuge oder Drähte
4 Fremdkörper ab 1 mm Schutz gegen feine feste Fremdkörper
5 Staubgeschützt Staub darf nicht in schädigender Menge eindringen
6 Staubdicht Kein Staubeintritt

Zweite IP-Ziffer: Schutz gegen Wasser

Ziffer Wasserschutz Einordnung
0 Kein Wasserschutz Keine festgelegte Wasserbeanspruchung
1 Tropfwasser Senkrecht fallende Tropfen
2 Tropfwasser bei Neigung Tropfwasser bei geneigtem Gehäuse
3 Sprühwasser Wasser innerhalb des festgelegten Sprühwinkels
4 Spritzwasser Spritzwasser aus allen Richtungen
5 Strahlwasser Wasserstrahl aus allen Richtungen
6 Starkes Strahlwasser Höhere Wasserbeanspruchung
7 Zeitweiliges Untertauchen Unter festgelegten Prüfbedingungen
8 Dauerhaftes Untertauchen Bedingungen werden für das Produkt festgelegt
Schnellübersicht

IP-Schutzart Tabelle: IP20 bis IP68

Die folgenden IP-Codes kommen bei Elektroinstallation, Beleuchtung und Installationsmaterial besonders häufig vor.

IP-Code Fremdkörperschutz Wasserschutz Typische Einordnung
IP20 Fremdkörper ab 12,5 mm Kein Wasserschutz Trockene Innenbereiche
IP44 Fremdkörper ab 1 mm Spritzwasser Feuchträume und geschützte Außenbereiche
IP54 Staubgeschützt Spritzwasser Bereiche mit Staub und gelegentlicher Feuchte
IP65 Staubdicht Strahlwasser Stärker beanspruchte Außen- und Arbeitsbereiche
IP66 Staubdicht Starkes Strahlwasser Höhere Wasserbeanspruchung
IP67 Staubdicht Zeitweiliges Untertauchen Bodennaher Bereich oder mögliche Wasseransammlung
IP68 Staubdicht Dauerhaftes Untertauchen Geeignete Unterwasserprodukte
Badezimmer & Feuchträume

Welche IP-Schutzart gilt im Badezimmer?

Im Bad reicht die pauschale Aussage „IP44 fürs Badezimmer“ nicht aus. Entscheidend ist die Lage zur Dusche oder Badewanne und der jeweilige Schutzbereich.

Badezimmer mit Schutzbereichen für IP-Schutzarten
Bereich 0 · IPX7
Innerhalb des definierten Dusch- oder Wannenbereichs.
Bereich 1 · mind. IPX4
Bei möglichem Strahlwasser ist ein höherer Schutz erforderlich.
Badewanne · Bereich 0
Innerhalb der Wanne mindestens IPX7.
Bereich 1 · mind. IPX4
Bereich unmittelbar oberhalb der Badewanne.
Außerhalb der Schutzbereiche
Nicht automatisch IP44 – Einbauort und Wasserbeanspruchung prüfen.
Schutzbereiche beachten

Dusche und Badewanne sind entscheidend

Für Elektroinstallationen im Badezimmer gelten besondere Anforderungen. Die notwendige Schutzart richtet sich danach, in welchem Schutzbereich sich das Betriebsmittel befindet.

  • Bereich 0: mindestens IPX7.
  • Bereich 1: grundsätzlich mindestens IPX4.
  • Bereich 2: grundsätzlich mindestens IPX4.
  • Bei Strahlwasser: mindestens IPX5.
Die IP-Schutzart allein sagt nicht aus, ob ein bestimmtes elektrisches Betriebsmittel an einer konkreten Stelle im Bad installiert werden darf.

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Garten, Terrasse & Hauswand

Welche IP-Schutzart ist für den Außenbereich geeignet?

Außenbereich ist nicht gleich Außenbereich. Eine Leuchte unter einem tiefen Dachüberstand ist einer anderen Wasserbelastung ausgesetzt als ein frei stehender Poller, ein Bodenstrahler oder eine Unterwasserleuchte.

Haus und Garten mit unterschiedlichen IP-Schutzarten
Geschützter Außenbereich
Unter einem geeigneten Dachüberstand wird häufig IP44 eingesetzt.
Freie Hauswand
Bei direkter Bewitterung kann ein höherer Wasserschutz sinnvoll sein.
Bodennaher Bereich
Pfützen, Spritzwasser und Entwässerung müssen berücksichtigt werden.
Unter Wasser · IP68
Nur Produkte verwenden, die ausdrücklich für den Unterwassereinsatz vorgesehen sind.
Montageort prüfen

Von IP44 bis IP68

Welche IP-Schutzart draußen benötigt wird, hängt von der tatsächlichen Wetter- und Wasserbelastung ab.

  • Geschützt unter einem Vordach: häufig IP44 oder höher.
  • Direkte Bewitterung: bei Strahlwasser kann beispielsweise IP65 sinnvoll sein.
  • Bodeneinbau: Wasseransammlung und Entwässerung mit einplanen.
  • Unterwasser: nur ausdrücklich geeignete Produkte verwenden.

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Keller, Garage & Werkstatt

Welche IP-Schutzart wird in Garage und Werkstatt benötigt?

Nicht jede Garage benötigt automatisch IP54 oder IP65. Entscheidend sind Feuchtigkeit, Staub, Reinigung, Montagehöhe und die tatsächliche Nutzung.

Garage und Werkstatt mit Beispielen für IP-Schutzarten
Wand & Decke
Trockene Garagen werden anders bewertet als feuchte oder stark staubige Werkstätten.
Bodennaher Bereich
Feuchte, Spritzwasser und Reinigung bei der Produktauswahl berücksichtigen.
Werkstattbereich
Bei stärkerer Staub- und Wasserbeanspruchung sind höhere IP-Schutzarten sinnvoll.
Umgebungsbedingungen

Staub, Feuchte und mechanische Belastung

Die Schutzart sollte zur tatsächlichen Umgebung passen. Eine trockene private Garage stellt andere Anforderungen als eine Werkstatt mit Staub, Feuchtigkeit oder regelmäßiger Reinigung.

  • Staubbelastung bei der ersten IP-Ziffer berücksichtigen.
  • Wassereinwirkung anhand der zweiten IP-Ziffer bewerten.
  • Bodennähe und mögliche Spritzwasserbelastung berücksichtigen.
  • Bei mechanischer Beanspruchung zusätzlich den IK-Code prüfen.
Für Verteiler, Abzweigkästen, Steckdosen und Leuchten immer die vollständige Produkteignung beachten – nicht nur den IP-Code.

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Elektrischer Schutz

Schutzklasse 0, I, II und III: Was ist der Unterschied?

Die elektrische Schutzklasse beschreibt nicht den Schutz gegen Wasser oder Staub. Sie kennzeichnet das Schutzkonzept eines elektrischen Geräts gegen elektrischen Schlag. Die Schutzklassen dürfen deshalb nicht mit der IP-Schutzart verwechselt werden.

0

Schutzklasse 0

Geräte der Schutzklasse 0 verfügen grundsätzlich nur über eine Basisisolierung. Ein Schutzleiter ist nicht vorhanden und es gibt keine zusätzliche Schutzisolierung.

Diese Schutzklasse entspricht nicht dem heutigen üblichen Sicherheitsniveau elektrischer Geräte und spielt bei modernen Elektroinstallationen praktisch keine Rolle mehr.

I

Schutzklasse I

Bei Geräten der Schutzklasse I werden berührbare leitfähige Teile in die Schutzmaßnahme mit Schutzleiter einbezogen.

Tritt beispielsweise durch einen Fehler Spannung am leitfähigen Gehäuse auf, sorgt die Schutzleiterverbindung dafür, dass die vorgesehene Schutzmaßnahme wirksam werden kann.

II

Schutzklasse II

Geräte der Schutzklasse II besitzen eine doppelte oder verstärkte Isolierung. Für die Schutzmaßnahme ist kein Schutzleiteranschluss vorgesehen.

Erkennbar ist Schutzklasse II typischerweise am Symbol „Quadrat im Quadrat“.

III

Schutzklasse III

Bei Schutzklasse III beruht der Schutz auf Schutzkleinspannung. Die Betriebsmittel werden mit einer dafür vorgesehenen sicheren Kleinspannungsversorgung betrieben.

Ein Schutzleiter ist für dieses Schutzkonzept nicht vorgesehen.

Wichtig: Die Nummer der Schutzklasse ist keine Rangfolge. Schutzklasse III ist also nicht automatisch „besser“ als Schutzklasse I oder II. Die Klassen beschreiben unterschiedliche konstruktive Schutzmaßnahmen.
Mechanische Belastung

IK-Schutzart: Was bedeuten IK07, IK08 und IK10?

Der IK-Code beschreibt, wie widerstandsfähig ein Gehäuse gegen mechanische Stöße ist.

IK-Code Schlagenergie Einordnung
IK01 0,14 J Sehr geringe mechanische Beanspruchung
IK02 0,20 J Geringe Beanspruchung
IK03 0,35 J Leichte Stöße
IK04 0,50 J Leichte mechanische Einwirkung
IK05 0,70 J Mäßige Beanspruchung
IK06 1,00 J Erhöhte Beanspruchung
IK07 2,00 J Robustere Ausführung
IK08 5,00 J Hohe mechanische Beanspruchung
IK09 10,00 J Sehr hohe mechanische Beanspruchung
IK10 20,00 J Höchste reguläre IK-Stufe
Vor der Produktauswahl

Welche IP-Schutzart brauche ich?

1

Montageort bestimmen

Innenraum, Badezimmer, geschützter Außenbereich, direkte Bewitterung, Bodeneinbau oder Unterwasserbereich unterscheiden.

2

Fremdkörper und Staub bewerten

Die erste IP-Ziffer richtet sich nach Berührungsrisiko, Fremdkörpern und möglicher Staubbelastung.

3

Wasserbeanspruchung prüfen

Tropf-, Spritz-, Strahlwasser und mögliches Untertauchen stellen unterschiedliche Anforderungen.

4

Gesamtprodukt beurteilen

IP-Code, Schutzklasse, IK-Code, Montageanleitung und Herstellerangaben zusammen betrachten.

Häufige Fragen

Fragen zu IP44, IP65, IP67 und IP68

Was bedeutet IP44?

IP44 bedeutet Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm und Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. IP44 wird häufig bei Produkten für Feuchträume oder geschützte Außenbereiche eingesetzt.

Was bedeutet IP65?

Bei IP65 steht die erste 6 für ein staubdichtes Gehäuse. Die zweite 5 kennzeichnet Schutz gegen Strahlwasser.

Was ist der Unterschied zwischen IP67 und IP68?

IP67 und IP68 sind beide staubdicht. IP67 schützt gegen zeitweiliges Untertauchen unter festgelegten Prüfbedingungen. IP68 ist für dauerhaftes Untertauchen unter Bedingungen vorgesehen, die für das jeweilige Produkt festgelegt werden.

Ist IP65 besser als IP44?

IP65 bietet einen höheren Schutz gegen Staub und Wasser als IP44. Trotzdem ist IP65 nicht automatisch die passendere Wahl. Entscheidend ist die tatsächliche Beanspruchung am Montageort.

Welche IP-Schutzart ist für den Außenbereich geeignet?

Das hängt vom Montageort ab. Unter einem geschützten Vordach wird häufig IP44 eingesetzt. Bei direkter Bewitterung oder Strahlwasser kann beispielsweise IP65 sinnvoll sein. Bodeneinbau und Unterwasseranwendungen müssen separat betrachtet werden.

Welche IP-Schutzart gilt im Badezimmer?

Im Badezimmer richtet sich die Schutzart nach dem Schutzbereich. Bereich 0 verlangt mindestens IPX7. In den Bereichen 1 und 2 gilt grundsätzlich mindestens IPX4. Bei Strahlwasser ist mindestens IPX5 erforderlich.

Kann ein Gerät IP65 und Schutzklasse II gleichzeitig haben?

Ja. Die Angaben beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. IP65 betrifft den Gehäuseschutz gegen Staub und Wasser. Schutzklasse II beschreibt eine doppelte oder verstärkte elektrische Isolierung.

Was bedeutet ein X im IP-Code, zum Beispiel IPX4?

Ein X bedeutet, dass für diese Position keine Kennziffer angegeben wird. IPX4 macht daher nur eine Aussage zum Wasserschutz: Schutz gegen Spritzwasser.