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Leitungs- & Rohrschotts LS 90 / RS 90

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KAISER · Leitungsschott LS 90 & Rohrschott RS 90

KAISER Leitungs- und Rohrschotts LS 90 / RS 90 kaufen

KAISER LS 90 und RS 90 schließen einzelne Leitungs- beziehungsweise Elektroinstallationsrohr-Durchführungen in Brandschutzwänden ab. Beide Systeme bestehen aus dämmschichtbildendem Material, können auch nachträglich um bereits verlegte Leitungen oder Rohre gelegt werden und benötigen im vorgesehenen Aufbau keinen zusätzlichen Brandschutzschaum oder Brandschutzkitt. Der entscheidende Unterschied liegt im durchgeführten Medium: LS 90 ist für Leitungen, RS 90 für Elektroinstallationsrohre ausgelegt.

Leitung oder Elektroinstallationsrohr – welches Schott passt?

Vergleich von Leitungsschott LS 90 und Rohrschott RS 90 Links wird eine einzelne Leitung mit 5 bis 15 Millimetern Durchmesser durch ein Leitungsschott geführt. Rechts ist ein Elektroinstallationsrohr mit 16 bis 25 Millimetern Durchmesser im Rohrschott dargestellt. Das durchgeführte Medium entscheidet LS 90 · Leitung Ø 5–15 mm Einbauöffnung Ø 20 mm RS 90 · Rohr Ø 16 / 19 / 20 / 25 mm Bohr-/Fräsloch Ø 32 / 35 mm

LS 90 umschließt die Leitung direkt

Das Leitungsschott ist für Leitungen mit einem Außendurchmesser von 5 bis 15 mm vorgesehen. Die Installationsöffnung beträgt Ø 20 mm. Dadurch eignet sich LS 90 für definierte Einzeldurchführungen, ohne dafür eine größere gemeinsame Schottöffnung anzulegen.

RS 90 wird auf das Installationsrohr abgestimmt

Das Rohrschott nimmt Elektroinstallationsrohre mit Ø 16, 19, 20 oder 25 mm auf. Anders als beim Leitungsschott bestimmt hier der Außendurchmesser des Rohres die passende Belegung.

Praxis-Hinweis: Eine Leitung im Rohr ist brandschutztechnisch nicht dasselbe wie eine direkt durchgeführte Leitung. Entscheidend für LS 90 oder RS 90 ist deshalb das Bauteil, das unmittelbar durch die Schottöffnung geführt wird.

Warum eignen sich LS 90 und RS 90 auch für bestehende Installationen?

Nachträgliche Montage eines teilbaren Brandschutzschotts um eine bestehende Leitung Drei Schritte zeigen das seitliche Öffnen des Schotts, das Umlegen um eine bereits vorhandene Leitung und das anschließende Eindrücken in die Wandöffnung. Nachträgliche Montage um bestehende Führung seitlich öffnen umlegen einsetzen bestehende Leitung oder Rohrführung bleibt erhalten

Das flexible Schott wird seitlich geöffnet

LS 90 und RS 90 müssen nicht vor dem Einziehen der Leitung beziehungsweise des Rohres aufgeschoben werden. Die flexible Bauform lässt sich öffnen, um die bestehende Führung legen und anschließend in die vorbereitete Wandöffnung einsetzen.

Fugen schließen ohne zusätzliches Verspachteln

Das dämmschichtbildende Material stellt den vorgesehenen Raumabschluss der Installationsöffnung selbst her. Im zugelassenen Systemaufbau wird dafür weder Brandschutzschaum noch Brandschutzkitt ergänzt.

Technische Highlights von LS 90 und RS 90

Merkmal Leitungsschott LS 90 Rohrschott RS 90
Durchgeführtes Medium Elektroleitung Elektroinstallationsrohr
Aufnahmebereich Leitung Ø 5–15 mm Rohr Ø 16 / 19 / 20 / 25 mm
Bohrer-/Fräsloch Ø 20 mm Ø 35 mm Hohlwand / Ø 32 mm Massivwand
Mindestwandstärke 100 mm 100 mm
Brandschutzwände EI30 / EI60 / EI90
F30 / F60 / F90
EI30 / EI60 / EI90
F30 / F60 / F90
Schallschutzwände bis 76 dB 76 dB
Nachträgliche Montage Ja, teilbare flexible Bauform Ja, teilbare flexible Bauform
Zusätzlicher Brandschutzkitt Nicht erforderlich Nicht erforderlich
ETA ETA-17/0449 ETA-17/0449
DIBt-Nachweis Z-19.53-2531 Z-19.53-2531

Wichtig: Öffnungsmaß und Belegung gehören zusammen. Insbesondere beim RS 90 unterscheidet sich das vorgesehene Bohr-/Fräsmaß zwischen Hohl- und Massivwand. Das Maß des Rohres selbst ist daher nicht das benötigte Wandöffnungsmaß.

Wandeinführung, Wandauslass oder Wanddurchführung?

Wandeinführung

Leitung oder Rohr wird in den brandschutztechnisch relevanten Wandaufbau eingeführt, ohne das Bauteil vollständig zur anderen Raumseite zu durchqueren. Die Montageanordnung richtet sich nach dieser Einbausituation.

Wanddurchführung

Die Führung durchquert die komplette Brandschutzwand. Für LS 90 und RS 90 ist hierfür der systemgerechte Aufbau an den Wandseiten entscheidend; eine einseitige Montage darf nicht pauschal auf eine vollständige Durchführung übertragen werden.

Wandauslass mit LS 90

Das Leitungsschott kann auch als brandschutzgerechter Wandauslass genutzt werden, wenn eine Leitung zu einem elektrischen Anbaugerät geführt wird. Dabei bleibt die zulässige Leitungsdimension des LS 90 maßgeblich.

Welche Wandaufbauten deckt das System ab?

Leichte Brandschutzwände

LS 90 und RS 90 sind für geeignete Brandschutzwände in Trockenbauweise vorgesehen. Wandaufbau, Beplankung und Mindestwandstärke müssen vom Systemnachweis erfasst sein.

Holzständerbau

Für entsprechende Brandschutzwände im Holzständerbau sind die Systeme ebenfalls bis EI90 ausgewiesen. Der Holzbau ist damit kein pauschaler Ausschlussgrund, erfordert aber den nachgewiesenen Aufbau.

Mauerwerk und Beton

Auch geeignete Massivwände aus Mauerwerk oder Beton werden vom Einsatzbereich erfasst. Beim RS 90 unterscheidet sich hierbei das benötigte Bohrmaß von der Hohlwandmontage.

Was ist bei mehreren Leitungsdurchführungen zu beachten?

Mehrere LS 90 Leitungsschotts im 50-Millimeter-Mittenabstand Vier Leitungsschotts sind in einer horizontalen Reihe dargestellt. Maßlinien zwischen den Mittelpunkten zeigen jeweils 50 Millimeter Abstand. Mehrere LS 90 geordnet anordnen 50 mm 50 mm 50 mm waagerecht oder senkrecht gruppierbar

Beim LS 90 ist eine definierte Gruppenanordnung möglich

Mehrere Leitungsschotts können mit einem Mittenabstand von 50 mm waagerecht oder senkrecht angeordnet werden. Dadurch lassen sich mehrere einzelne Leitungsdurchführungen strukturiert nebeneinander ausführen, ohne daraus automatisch eine gemeinsame Bündelabschottung zu machen.

Praxis-Hinweis: Bei vielen gemeinsam geführten Leitungen prüfen, ob weiterhin mehrere einzelne LS-90-Durchführungen sinnvoll sind oder ein dafür vorgesehenes Dosenschott die passendere Systemlösung darstellt.

Welche Abschottung passt zur konkreten Durchführung?

Sicherheitshinweis: Leitungs- und Rohrabschottungen sind entsprechend dem gültigen Verwendbarkeitsnachweis, dem tatsächlichen Wandaufbau und der Montageanleitung auszuführen. Durchmesser, Bohrmaß, Mindestwandstärke, Anordnung und Kennzeichnung dürfen nicht frei verändert werden. Weitere Hinweise enthält die Sicherheitsinformation zur Elektroinstallation.

Häufige Fragen zu KAISER LS 90 und RS 90

Was ist der Unterschied zwischen LS 90 und RS 90?

LS 90 ist für die direkte Durchführung einzelner Leitungen mit Ø 5 bis 15 mm vorgesehen. RS 90 nimmt Elektroinstallationsrohre mit Ø 16, 19, 20 oder 25 mm auf. Das unmittelbar durch die Wand geführte Medium bestimmt damit die passende Bauform.

Können die Schotts nachträglich um bestehende Leitungen oder Rohre montiert werden?

Ja. Beide Bauformen lassen sich seitlich öffnen und um eine bereits vorhandene Leitung beziehungsweise ein Installationsrohr legen. Dadurch ist eine nachträgliche Abschottung möglich, sofern Wandöffnung und übrige Einbaubedingungen dem Systemnachweis entsprechen.

Wird Brandschutzschaum oder Brandschutzkitt benötigt?

Im vorgesehenen LS-/RS-90-Systemaufbau nicht. Das flexible dämmschichtbildende Material stellt den Raumabschluss der Installationsöffnung selbst her, sodass kein zusätzliches Verspachteln mit Brandschutzschaum oder -kitt erforderlich ist.

Welches Bohrmaß wird für LS 90 und RS 90 benötigt?

Für LS 90 ist eine Ø-20-mm-Öffnung vorgesehen. Beim RS 90 unterscheidet sich das Maß nach Wandaufbau: In Hohlwänden ist Ø 35 mm, in Massivwänden Ø 32 mm vorgesehen.

Für welche Brandschutzwände sind die Systeme vorgesehen?

LS 90 und RS 90 sind für geeignete Brandschutzwände bis EI90 beziehungsweise F90 vorgesehen. Dazu gehören nach dem jeweiligen Nachweis leichte Brandschutzwände, entsprechende Holzständerwände sowie geeignete Mauerwerks- und Betonwände. Die Mindestwandstärke beträgt 100 mm.

Kann LS 90 auch als Wandauslass für ein Anbaugerät verwendet werden?

Ja. Für LS 90 ist auch der Einsatz als Wandauslass vorgesehen, beispielsweise wenn die Leitung zu einem elektrischen Anbaugerät auf der Wandoberfläche geführt wird. Leitungsdurchmesser und konkrete Einbausituation müssen dabei weiterhin vom Systemnachweis abgedeckt sein.

Wann ist statt LS 90 oder RS 90 ein Dosenschott sinnvoll?

Wenn mehrere Leitungen gemeinsam, größere Bündel oder Leitungen und Rohre in einer gemeinsamen Öffnung geführt werden sollen. Das Dosenschott DS 90 stellt dafür mehr nutzbaren Belegungsraum bereit und folgt einem anderen Abschottungsprinzip.

Können LS 90 und RS 90 automatisch auch in Brandschutzdecken eingesetzt werden?

Nein. Eine Freigabe für Brandschutzwände ist keine automatische Freigabe für Deckendurchführungen. Für Decken sind die dafür vorgesehenen Abschottungssysteme und deren eigene Einbaubedingungen heranzuziehen.