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Dosenschott System DS 90

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KAISER · Dosenschott System DS 90

KAISER Dosenschott DS 90 für Brandschutzwände kaufen

Das KAISER Dosenschott System DS 90 schottet Leitungs- und Rohrdurchführungen in Brandschutzwänden ab und ermöglicht zugleich eine spätere Nachbelegung ohne zerstörendes Öffnen des Schotts. Zwei Baugrößen decken unterschiedliche Belegungsanforderungen ab: Ø 74 mm für kompaktere Leitungs- und Rohrbelegungen sowie Ø 120 mm für größere Bündel und Mischbelegungen. Beide Ausführungen sind für Brandschutzwände EI30 bis EI90 vorgesehen; entscheidend bleiben Wandaufbau, Öffnungsmaß und zulässige Belegung.

Wann ist das 74-mm- und wann das 120-mm-Dosenschott sinnvoll?

Vergleich der 74- und 120-Millimeter-Dosenschotts Zwei unterschiedlich große Schottöffnungen werden gegenübergestellt. Die 74-Millimeter-Ausführung ist für kompaktere Belegungen dargestellt, die 120-Millimeter-Ausführung für größere Bündel und Mischbelegungen. Belegungsraum bestimmt die Baugröße Ø 74 mm kompakte Belegung Ø 120 mm mehr Belegung / Mischbelegung

Die größere Öffnung ist für höhere Belegungsdichte gedacht

Die 74-mm-Ausführung nimmt einzelne Leitungen bis Ø 21 mm sowie Leitungsbündel bis Ø 40 mm auf. Für größere Durchführungen bietet die 120-mm-Bauform mehr nutzbaren Belegungsraum: Einzelleitungen sind bis Ø 29 mm möglich, Leitungs- und Rohrbündel können deutlich größer ausgeführt werden. Zusätzlich ist diese Bauform ausdrücklich für Mischbelegungen aus Leitungen und Rohren vorgesehen.

Auswahlregel: Nicht allein nach dem vorhandenen Kernloch entscheiden. Zuerst tatsächliche Leitungs-, Rohr- und Bündeldurchmesser sowie mögliche spätere Nachbelegung bestimmen – daraus ergibt sich die erforderliche Schottgröße.

Technische Unterschiede zwischen 74 und 120 mm

Merkmal DS 90 · 74 mm DS 90 · 120 mm
Hohlwand-Öffnung Ø 74 mm Ø 120 mm
Massivwand-Öffnung Ø 82 mm Ø 150 mm
Einzelleitung max. Ø 21 mm Ø 29 mm
Leitungs-/Rohrbündel Leitungsbündel bis Ø 40 mm größere Leitungs- und Rohrbündel bis Ø 74 mm
Elektroinstallationsrohre 16 / 19 / 20 / 25 / 32 / 40 mm 16 / 19 / 20 / 25 / 32 / 40 mm
Mischbelegung Schwerpunkt Leitungen, Bündel und einzelne Rohre ausdrücklich auch Leitungen und Rohre gemeinsam
Mindestwandstärke 100 mm 100 mm
Feuerwiderstand EI30 / EI60 / EI90
F30 / F60 / F90
EI30 / EI60 / EI90
F30 / F60 / F90
Schallschutzwand bis 77 dB 72 dB
ETA ETA-14/0159 ETA-14/0159
DIBt-Nachweis Z-19.53-2189 Z-19.53-2188

Praxis-Hinweis: Das Hohlwand-Fräsmaß nicht auf Massivwände übertragen. Für dieselbe Schottgröße wird im Mauerwerk beziehungsweise in der Massivwand eine größere Öffnung benötigt, weil dort ein anderer Einbau- und Befestigungsaufbau vorgesehen ist.

Wie funktioniert die zerstörungsfreie Nachbelegung?

Nachbelegung eines zweiteiligen Dosenschotts über ein lösbares Dichtelement Drei Schritte zeigen das Öffnen des Dichtelements, das Ergänzen einer Leitung und das erneute Verschließen. Nachbelegen ohne das Schott zu zerstören öffnen nachbelegen verschließen Dichtelement lösen · Leitung ergänzen · wieder fixieren

Das zweiteilige Dichtelement kann geöffnet und erneut geschlossen werden

Für eine spätere Erweiterung wird das Dichtelement über den Bajonettverschluss gelöst, geöffnet und nach Ergänzung der Leitung beziehungsweise des Rohres wieder um die Belegung gelegt. Anschließend wird es erneut verriegelt. Zusätzliche Spachtel- oder Dichtmassen sind für diesen Vorgang nicht erforderlich.

Damit eignet sich das System auch für Installationen, bei denen spätere Änderungen bereits bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Die Nachbelegung darf jedoch nur innerhalb der für die jeweilige Baugröße zulässigen Belegungsgrenzen erfolgen.

Wann ist ein Reserveschott sinnvoll?

Spätere Erweiterung vorbereiten

Das Dosenschott kann zunächst ohne Leitungsbelegung eingesetzt werden. Dadurch lässt sich eine vorgesehene Wanddurchführung bereits brandschutztechnisch schließen und später innerhalb der zulässigen Grenzen belegen.

Umbauten ohne neue Wandöffnung

Bei späteren Leitungsänderungen kann eine vorhandene Reserve genutzt werden, statt erneut eine zusätzliche Öffnung in der Brandschutzwand herzustellen. Das vereinfacht Nachrüstungen, ersetzt aber nicht die Prüfung der zulässigen Belegung.

Planung nachvollziehbar halten

Reserveschotts und belegte Abschottungen sollten eindeutig dokumentiert und entsprechend dem Systemnachweis gekennzeichnet werden. So bleibt auch bei späteren Arbeiten nachvollziehbar, welches Abschottungssystem eingesetzt wurde.

Wandeinführung oder vollständige Wanddurchführung?

Unterschied zwischen Wandeinführung und vollständiger Wanddurchführung Links endet eine Leitung nach dem Schott innerhalb der Wandseite. Rechts führt eine Leitung vollständig durch die Wand und wird beidseitig abgeschottet. Einführung und Durchführung unterscheiden Wandeinführung Wanddurchführung Einbausituation immer nach Systemnachweis ausführen

Die Anordnung des Schotts hängt vom Leitungsweg ab

Bei einer Wandeinführung wird eine Leitung oder ein Rohr in die Wand beziehungsweise zu einem seitigen Anschluss geführt. Eine vollständige Wanddurchführung verläuft dagegen durch das gesamte Bauteil. Für diese Einbausituationen gelten unterschiedliche Montageanordnungen; insbesondere bei vollständigen Durchführungen ist die vorgeschriebene beidseitige beziehungsweise systemgerechte Schottanordnung zu beachten.

Praxis-Hinweis: Vor dem Bohren festlegen, ob tatsächlich eine vollständige Wanddurchführung oder nur eine Wandeinführung entsteht. Diese Unterscheidung gehört zur Brandschutzplanung und sollte nicht erst bei der Montage des Schotts getroffen werden.

Welche Abschottung passt zur Einbausituation?

Sicherheitshinweis: Brandabschottungen sind entsprechend dem für die konkrete Bauart gültigen Verwendbarkeitsnachweis, dem Wandaufbau und der Montageanleitung auszuführen. Öffnungsmaße, Belegung, Mindestwandstärke, Abstände und Kennzeichnung dürfen nicht frei abgewandelt werden. Weitere Hinweise enthält die Sicherheitsinformation zur Elektroinstallation.

Häufige Fragen zum KAISER Dosenschott System DS 90

Was unterscheidet die 74- und 120-mm-Ausführung?

Die 74-mm-Bauform ist für kompaktere Leitungs-, Bündel- und Rohrbelegungen vorgesehen. Die 120-mm-Ausführung bietet deutlich mehr Belegungsraum und ist zusätzlich für größere Bündel sowie Mischbelegungen aus Leitungen und Rohren ausgelegt.

Kann das Dosenschott später nachbelegt werden?

Ja. Das Dichtelement lässt sich über den Bajonettverschluss lösen, öffnen und nach Ergänzung weiterer zulässiger Leitungen oder Rohre erneut verschließen. Die Nachbelegung muss innerhalb der vorgegebenen Belegungsgrenzen bleiben.

Kann das DS 90 zunächst ohne Leitungen eingebaut werden?

Ja. Die dafür vorgesehene Nutzung als Reserveschott ermöglicht es, eine geplante Durchführung zunächst geschlossen zu halten und erst später zu belegen.

Ist das Bohrmaß in Hohl- und Massivwänden identisch?

Nein. In Hohlwänden entsprechen die Öffnungen der 74- beziehungsweise 120-mm-Baugröße. In Massivwänden werden größere Öffnungen benötigt: bei der kleineren Bauform Ø 82 mm und bei der größeren Ø 150 mm.

Welche Mindestwandstärke ist vorgesehen?

Für beide Baugrößen ist eine Mindestwandstärke von 100 mm angegeben. Zusätzlich muss der konkrete Wandaufbau vom jeweiligen Verwendbarkeitsnachweis abgedeckt sein.

Kann ein Dosenschott eine Brandschutzdose ersetzen?

Nein. Das Dosenschott dient der Abschottung von Leitungen und Rohren durch beziehungsweise in Brandschutzwänden. Für Schalter, Steckdosen und elektrische Verbindungen innerhalb der Wand werden dafür vorgesehene Brandschutzdosen benötigt.

Welche Feuerwiderstandsklassen deckt das DS 90 ab?

Für beide Baugrößen sind die Feuerwiderstandsklassen EI30, EI60 und EI90 sowie F30, F60 und F90 ausgewiesen. Welche Klasse im konkreten Projekt erreicht werden kann, hängt vom zugelassenen Wand- und Montageaufbau ab.