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System 106

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Gira · System 106 · modulare Türstation · 2-Draht & IP

Gira System 106: modulare Türkommunikation richtig zusammenstellen

Gira System 106 ist eine modular aufgebaute Außenstationsplattform im Raster von 106,5 × 106,5 mm. Sprach-, Ruf-, Kamera-, Informations- und Zutrittsfunktionen lassen sich mit passenden Gehäusen zu einer Türstation kombinieren. Dabei ist heute eine technische Unterscheidung besonders wichtig: klassisches System 106 im Gira 2-Draht-Türkommunikationssystem und System 106 IP sind unterschiedliche Systemarchitekturen. Deshalb sollten zunächst Systemgeneration und benötigte Funktionen feststehen, bevor Gehäuse, Module, Fronten und Versorgung zusammengestellt werden.

Aus welchen Bausteinen entsteht eine Gira System 106 Türstation?

Gehäuse & Einbauart

Den mechanischen Rahmen bilden Aufputz- oder flächenbündige Gehäuse. Je nach Aufbau stehen Formate von 1-fach bis 5-fach sowie 2 × 2-fach zur Verfügung. Module können dadurch hochkant, quer oder quadratisch angeordnet werden.

Kommunikationsbasis

Beim klassischen Aufbau übernimmt das Türstationsmodul zentrale Aufgaben im 2-Draht-System. Bei System 106 IP bildet dagegen das Sprachmodul IP das zentrale Basismodul der Türstation und stellt Netzwerk- sowie PoE-Anbindung bereit.

Funktionsmodule

Je nach Systemgeneration kommen Ruftasten-, Sprach-, Kamera-, Info-, Anzeige-, Blind- oder Zutrittsmodule hinzu. Nicht jede äußerlich passende Funktion gehört automatisch zur gleichen elektronischen Systemgeneration.

Front & Oberfläche

Austauschbare Designfronten bestimmen die sichtbare Oberfläche. System 106 wird in verschiedenen Metall- und Farbausführungen angeboten. Die Frontgestaltung darf jedoch nicht mit der elektronischen Kompatibilität der dahinterliegenden Technik gleichgesetzt werden.

Praxis-Reihenfolge für eine neue System-106-Türstation

Zuerst 2-Draht oder native IP-Systemarchitektur festlegen. Danach benötigte Funktionen bestimmen, die Zahl der Modulplätze daraus ableiten und erst anschließend Gehäuse, Einbauart und Oberfläche auswählen. So wird vermieden, dass eine optisch passende Kombination technisch nicht zusammengehört.

Klassisches System 106 oder System 106 IP – worin liegt der technische Unterschied?

Merkmal Klassisches System 106 System 106 IP
Systembasis Gira Türkommunikationssystem mit 2-Draht-Bus. Native Ethernet-/LAN-Architektur.
Zentrale Außenkomponente Türstationsmodul innerhalb des klassischen Systemaufbaus. Sprachmodul IP als zentrales Basismodul der Türstation.
Versorgung Über 2-Draht-Systemtechnik beziehungsweise dafür vorgesehene Zusatzversorgung. PoE über RJ45; das Sprachmodul IP versorgt weitere angeschlossene System-106-Module.
Relevante Schnittstellen 2-Draht-Bus, System-Flachbandkabel und komponentenbezogene Videoverbindungen. Ethernet, RJ45, PoE und interne System-/Videoverbindungen.
Audio Audioübertragung innerhalb des klassischen Gira Türkommunikationssystems. HD-Audio, Vollduplex-Freisprechen und Active Noise Cancelling (ANC).
Video Klassisches Kameramodul mit analogem Video-Signalweg. Full-HD-Kameramodul mit 1920 × 1080 Pixeln und weitem Erfassungsbereich.
Planung Steuergerät, Busstruktur und gegebenenfalls Zusatzversorgung berücksichtigen. Netzwerkverkabelung, PoE-Infrastruktur, Switch beziehungsweise geeignete PoE-Versorgung und IP-Systemprojektierung berücksichtigen.

System 106 bezeichnet die Bau- und Designplattform, nicht automatisch die elektrische Systemgeneration. Ein klassisches 2-Draht-Modul darf deshalb nicht allein wegen identischer Modulabmessungen oder passender Front als System-106-IP-Komponente eingeordnet werden.

Welche Netzwerkbegriffe sind bei Gira System 106 IP wichtig?

Die IP-Generation nutzt Ethernet/LAN und RJ45 als Netzwerkbasis. Das Sprachmodul IP wird über PoE – Power over Ethernet versorgt und bildet gleichzeitig die zentrale Versorgungs- und Kommunikationsbasis für weitere Module der Außenstation. Gira dokumentiert dafür PoE nach IEEE 802.3af, IEEE 802.3at und IEEE 802.3bt; die konkrete Netzwerk- und Leistungsplanung muss zur eingesetzten Infrastruktur passen.

HD-Audio & ANC

Zwei Mikrofone, Vollduplex-Freisprechen und Active Noise Cancelling unterstützen die Sprachverständlichkeit auch an Eingängen mit stärkerem Umgebungslärm.

Full-HD-Video

Das IP-Kameramodul arbeitet mit 1920 × 1080 Pixeln. Gira weist einen sichtbaren horizontalen Erfassungsbereich von bis zu 126° aus.

Digitale Rufauswahl

Für größere Anlagen kann ein IP-Rufdisplay die klassische direkte Tastenbelegung ergänzen. Die IP-Ausführung unterstützt eine Teilnehmerauswahl mit Suchfunktion und kann dadurch umfangreichere Objektstrukturen abbilden.

Praxis-Check bei bestehendem System 106

Bei einer unbekannten Anlage nicht nur Fronten und Gehäuse dokumentieren. Entscheidend ist die Technik dahinter: 2-Draht-Anschluss oder RJ45, vorhandenes Türstations- beziehungsweise Sprachmodul, Steuergerät oder PoE-Infrastruktur sowie die Typenbezeichnungen der Funktionsmodule. Erst daraus lässt sich die Systemgeneration zuverlässig ableiten.

Wie werden Modulzahl, Gehäuseform und Montageart aufeinander abgestimmt?

Jedes System-106-Modul folgt dem Grundraster von 106,5 × 106,5 mm. Für unterschiedliche Funktionsumfänge stehen Gehäuse von 1-fach bis 5-fach sowie quadratische 2 × 2-fach-Anordnungen zur Verfügung. Dadurch lassen sich Module senkrecht, waagerecht oder quadratisch gruppieren. Neben Aufputzgehäusen sind flächenbündige Einbaulösungen für Fassaden, Frontplatten, Briefkastenanlagen und vergleichbare Eingangsbereiche vorgesehen.

Modulplätze aus der Funktion ableiten

Sprach-, Kamera-, Ruf-, Info- oder Zutrittsfunktionen benötigen entsprechende Modulplätze. Die Gehäusegröße sollte deshalb erst nach Festlegung der tatsächlichen Funktionskombination gewählt werden.

Aufputz für direkte Wandmontage

Aufputzgehäuse eignen sich für einen sichtbaren Aufbau auf der Fassade und können dadurch sowohl bei Neubau als auch bei Nachrüstung eine passende Montageform bilden.

Flächenbündig für integrierte Eingänge

Flächenbündige Gehäuse und passende Einbaudosen ermöglichen die architektonische Integration in Fassade, Metallfront, Türseiteneinbau oder Briefkastenanlage.

Praxis-Tipp für spätere Erweiterungen

Bei einer Neuplanung früh prüfen, ob später eine Kamera, zusätzliche Ruftasten oder eine weitere Informations- beziehungsweise Zutrittsfunktion ergänzt werden soll. Ein zusätzlich eingeplanter Modulplatz kann spätere bauliche Änderungen am Gehäuse oder an der Fassade vermeiden.

Welche typischen Fehlentscheidungen lassen sich bei System 106 vermeiden?

Gehäuse zuerst und Funktionen später planen

Wird die Gehäusegröße allein nach Optik gewählt, kann später ein Modulplatz für Kamera, Ruftaste oder Zusatzfunktion fehlen. Deshalb zuerst den Funktionsumfang festlegen.

2-Draht und IP nach Bauform mischen

Identische Rastermaße bedeuten keine identische Elektronik. Stromversorgung, zentrale Systemkomponente und Signalweg müssen innerhalb derselben vorgesehenen Systemgeneration geplant werden.

PoE nur als Steckertyp verstehen

Ein RJ45-Anschluss allein bestätigt noch keine ausreichende Versorgung. Bei System 106 IP gehören Netzwerkstruktur, PoE-Standard und Leistungsbereitstellung gemeinsam zur technischen Planung.

Sicherheitshinweis: Systemgeneration, Gehäuse, Module, Spannungsversorgung, Bus- beziehungsweise Netzwerkanschluss und Türöffnersteuerung müssen als vollständiger Aufbau zusammenpassen. Bei IP-Systemen sind zusätzlich Netzwerk- und PoE-Infrastruktur entsprechend den vorgesehenen Komponenten zu dimensionieren. Für die Außenmontage gelten die jeweiligen Montage- und Schutzanforderungen der eingesetzten Module und Gehäuse. Arbeiten an fest installierten elektrischen Anlagen gehören in fachkundige Hände. Weitere Hinweise enthält die Sicherheitsinformation .

Häufige Fragen zu Gira System 106

Ist Gira System 106 immer ein IP-Türkommunikationssystem?

Nein. Gira System 106 existiert sowohl innerhalb des klassischen Gira Türkommunikationssystems mit 2-Draht-Bus als auch als native System-106-IP-Generation. Bei Erweiterungen muss deshalb die konkrete technische Systemzugehörigkeit geprüft werden.

Wie lässt sich bei einer vorhandenen Anlage erkennen, ob 2-Draht oder IP eingesetzt wird?

Entscheidend sind die Typenbezeichnungen und Anschlüsse der zentralen Module. Ein klassischer Aufbau arbeitet mit 2-Draht-Systemtechnik; bei System 106 IP ist das Sprachmodul IP über RJ45 und PoE in das Ethernet-Netzwerk eingebunden. Die sichtbare Front allein reicht zur Unterscheidung nicht aus.

Welche Gehäusegrößen stehen für Gira System 106 zur Verfügung?

Das modulare System arbeitet im Raster von 106,5 × 106,5 mm. Gira bietet Gehäuse von 1-fach bis 5-fach sowie 2 × 2-fach an. Dadurch sind senkrechte, waagerechte und quadratische Modulanordnungen möglich.

Kann Gira System 106 aufputz und flächenbündig montiert werden?

Ja. Neben Aufputzgehäusen stehen flächenbündige Gehäuse- und Einbaulösungen zur Verfügung. Dadurch lässt sich System 106 sowohl direkt auf der Wand als auch integriert in Fassaden, Frontplatten oder Briefkastenanlagen einplanen.

Können klassische System-106-Module und System-106-IP-Module beliebig kombiniert werden?

Nein. Das gemeinsame Raster und ähnliche Frontabmessungen bedeuten keine allgemeine elektronische Kompatibilität. Bus- beziehungsweise Netzwerkanschluss, Versorgung, zentrale Systemkomponente und konkrete Modulzuordnung müssen zur jeweiligen Systemgeneration passen.

Welche Bedeutung hat PoE bei Gira System 106 IP?

Das Sprachmodul IP erhält Netzwerkverbindung und Spannungsversorgung über RJ45 und Power over Ethernet. Gira dokumentiert dafür PoE nach IEEE 802.3af, IEEE 802.3at und IEEE 802.3bt. Das Sprachmodul übernimmt anschließend auch die Versorgung weiterer dafür vorgesehener Module der Türstation.

Quellenbasis: Technische Angaben und Systeminformationen wurden anhand der zum Zeitpunkt der Erstellung verfügbaren Herstellerunterlagen von Gira geprüft, darunter Datenblätter, Systemdokumentationen und technische Anleitungen.