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Wippschalter und Tastschalter im Vergleich
Ratgeber Schalter

Unterschied zwischen Wippschalter und Tastschalter

Ähnliche Schaltfunktion, unterschiedliche Bedienung: Entscheidend ist, was nach dem Drücken mit der Wippe passiert und welche elektrische Funktion hinter dem Bedienelement steckt.

Kurz erklärt

Das Wichtigste auf einen Blick

Wippschalter: Beim Betätigen kippt die Wippe in eine andere Stellung und bleibt dort. Gleichzeitig verändert der Schalter seinen elektrischen Schaltzustand und behält diesen bis zur nächsten Betätigung bei.

Tastschalter: Die Wippe springt nach jedem Drücken wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Der elektrische Schaltzustand bleibt jedoch bestehen und wird erst durch die nächste Betätigung wieder geändert.

Besonders wichtig

Ein Tastschalter ist trotz zurückspringender Wippe ein Schalter.
Ein Tastschalter darf nicht mit einem normalen Taster beziehungsweise Wipptaster verwechselt werden.
Wipp- und Tastschalter können elektrisch dieselbe Schaltungsart besitzen.
Die Bedienform sagt nicht automatisch aus, ob Aus-, Wechsel-, Serien- oder Kreuzschaltung vorliegt.
Bei mehreren Schaltstellen zeigt die Stellung eines Wippschalters nicht zuverlässig, ob das Licht gerade ein- oder ausgeschaltet ist.
Einsatz, Wippe und Rahmen müssen zum jeweiligen Schalterprogramm passen.

Wippschalter und Tastschalter im direkten Vergleich

Der wesentliche Unterschied liegt nicht zwingend in der elektrischen Schaltfunktion, sondern zunächst in der Mechanik des sichtbaren Bedienelements.

Ein Wippschalter behält seine betätigte Wippenposition. Beim Tastschalter springt die Wippe dagegen nach jeder Betätigung zurück, obwohl der elektrische Schaltzustand bestehen bleibt.

Merkmal Wippschalter Tastschalter
Wippe nach Betätigung Bleibt in der betätigten Stellung Springt in die Ausgangsposition zurück
Elektrischer Schaltzustand Bleibt bestehen Bleibt ebenfalls bestehen
Nächste Betätigung Ändert Wippen- und Schaltstellung Ändert den Schaltzustand, Wippe kehrt erneut zurück
Typisches Erscheinungsbild Wippe steht abhängig von der Betätigung unterschiedlich Wippe befindet sich optisch immer in derselben Ruhestellung
Elektrische Varianten Zum Beispiel Aus-, Wechsel-, Serien- oder Kreuzschalter Je nach Hersteller ebenfalls unterschiedliche Schaltungsarten möglich
Zusätzliches Relais erforderlich? Bei klassischer direkter Schaltung nein Bei klassischer direkter Schaltung ebenfalls nein
Der entscheidende Unterschied: außen Mechanik, innen Schaltfunktion

Beim Tastschalter sieht die Bedienung ähnlich wie bei einem Taster aus. Elektrisch verhält er sich jedoch wie ein Schalter: Der gewählte Schaltzustand bleibt nach dem Loslassen bestehen.

Wippschalter und Tastschalter Unterschiede

Warum ist ein Tastschalter kein Taster?

Genau diese Bezeichnungen führen besonders häufig zu Fehlkäufen. Tastschalter und Taster sehen in der Bewegung ähnlich aus, erfüllen elektrisch aber unterschiedliche Aufgaben.

Ein normaler Taster beziehungsweise Wipptaster betätigt seinen Kontakt nur während des Tastvorgangs und kehrt danach elektrisch in seinen Ausgangszustand zurück. Die eigentliche Schaltfunktion kann dabei beispielsweise ein Stromstoßschalter, ein Treppenlichtautomat oder ein anderes Steuergerät übernehmen. Ein Stromstoßschalter wechselt mit jedem Tastimpuls zwischen den Schaltzuständen, während ein Treppenlichtautomat die Beleuchtung typischerweise nur für eine festgelegte Zeit einschaltet.

Beim Tastschalter sitzt diese dauerhafte Umschaltfunktion dagegen bereits im Schalter selbst. Nach einem Tastendruck bleibt das Licht beispielsweise eingeschaltet, obwohl die sichtbare Wippe längst wieder in ihrer Ruheposition steht.

Merksatz: Der Tastschalter fühlt sich beim Bedienen wie ein Taster an, verhält sich elektrisch jedoch wie ein Schalter.

Bedienform und Schaltungsart sind nicht dasselbe

Eine weitere häufige Fehlannahme lautet: Wippschalter sei eine bestimmte elektrische Schaltung und Tastschalter eine andere. Tatsächlich müssen Bedienmechanik und Schaltungsart getrennt betrachtet werden.

Gira bietet beispielsweise sowohl einen klassischen Wippschalter als auch einen Tastschalter als Universal-Aus-/Wechselschalter an. Außerdem gibt es Tastschalter als Kreuz- oder Mehrfachschalter.

Bezeichnung Beschreibt hauptsächlich Beispiel
Wippschalter Art der Bedienung Wippe rastet sichtbar in der jeweiligen Stellung
Tastschalter Art der Bedienung Wippe springt zurück, Schaltzustand bleibt erhalten
Wechselschalter Elektrische Schaltungsart Beleuchtung von zwei Schaltstellen aus bedienen
Kreuzschalter Elektrische Schaltungsart Zusätzliche Schaltstelle innerhalb einer Kreuzschaltung
Serienschalter Elektrische Schaltungsart Zwei getrennte Verbraucher beziehungsweise Lichtgruppen schalten
Information Gain: Die Wippenstellung zeigt nicht immer den Lichtzustand

Bei einer einfachen Ausschaltung kann die Wippenposition eines klassischen Wippschalters mit dem aktuellen Schaltzustand zusammenfallen. In Wechsel- oder Kreuzschaltungen lässt sich daraus jedoch nicht zuverlässig ableiten, ob das Licht gerade ein- oder ausgeschaltet ist, weil eine andere Schaltstelle den Zustand verändert haben kann.

Einen umfassenderen Überblick über Aus-, Wechsel-, Serien-, Kreuzschalter und Taster bietet der Ratgeber Schalterarten im Überblick.

Wippschalter oder Tastschalter: Welche Variante passt?

Ist die benötigte Schaltungsart geklärt, wird die Entscheidung zwischen Wipp- und Tastschalter vor allem zu einer Frage von Bediengefühl, Optik und Systemkompatibilität.

Klassische Bedienung Wippschalter bieten die vertraute rastende Bedienbewegung klassischer Lichtschalter.
Einheitliche Wippenposition Tastschalter eignen sich, wenn alle Bedienelemente unabhängig vom Schaltzustand optisch gleich ausgerichtet bleiben sollen.
Mehrfachkombinationen Bei mehreren Schaltern nebeneinander kann die einheitliche Ruhestellung eines Tastschalters ein ruhigeres Erscheinungsbild erzeugen.
Vorhandene Installation Beim Austausch muss die elektrische Funktion des vorhandenen Einsatzes berücksichtigt werden.
Schalterprogramm Einsatz, Wippe und Rahmen müssen mechanisch und gestalterisch zueinander passen.
Impulssteuerung Wird tatsächlich nur ein kurzer Impuls benötigt, ist ein Taster beziehungsweise Wipptaster statt eines Tastschalters erforderlich.
Wippe nicht blind weiterverwenden

Bei einem Wechsel zwischen Wipp- und Tastschalter sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass vorhandene Wippen kompatibel sind. Hersteller können für Tastschalter mechanisch abweichende Bedienelemente vorsehen. Die konkrete Kombination muss anhand des jeweiligen Schalterprogramms geprüft werden.

Typische Fehler bei Wipp- und Tastschaltern

Tastschalter mit Taster verwechseln Beide springen mechanisch zurück, elektrisch arbeiten sie jedoch unterschiedlich.
Nur nach der Optik auswählen Die benötigte Aus-, Wechsel-, Kreuz- oder Serienfunktion muss zuerst feststehen.
Wippe als Funktionsmerkmal betrachten Die sichtbare Wippe allein verrät nicht sicher, welche Schaltungsart im Einsatz steckt.
Vorhandene Wippe weiterverwenden Wippen für Tastschalter können mechanisch von normalen Schalterwippen abweichen.
Wippenstellung als Statusanzeige interpretieren Besonders bei Wechsel- und Kreuzschaltungen entspricht die Stellung nicht eindeutig dem aktuellen Leuchtenzustand.
Schalterprogramm nicht prüfen Einsatz, Wippe und Rahmen müssen innerhalb der jeweiligen Serie kompatibel sein.

Sicherheitshinweis: Arbeiten und Änderungen an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Vor einem Austausch müssen vorhandene Schaltungsart, Verdrahtung und Produktkompatibilität eindeutig geklärt sein.

Häufige Fragen zu Wippschalter und Tastschalter

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Wippschalter und Tastschalter?

Beim Wippschalter bleibt die sichtbare Wippe nach dem Schalten in ihrer neuen Stellung. Beim Tastschalter springt sie wieder zurück. Der elektrische Schaltzustand bleibt beim Tastschalter dennoch bestehen, bis der Schalter erneut betätigt wird.

Ist ein Tastschalter dasselbe wie ein Taster?

Nein. Ein Tastschalter schaltet dauerhaft zwischen zwei Zuständen um, obwohl seine Wippe zurückspringt. Ein normaler Taster betätigt seinen Kontakt dagegen nur während des Tastvorgangs und dient häufig als Impulsgeber für ein Relais, einen Automaten oder eine Steuerung.

Braucht ein Tastschalter ein Stromstoßrelais?

Bei einem klassischen mechanischen Tastschalter nicht grundsätzlich. Er besitzt selbst eine dauerhafte Schaltfunktion. Ein Stromstoßrelais wird dagegen typischerweise zusammen mit normalen Tastern eingesetzt, wenn deren kurzer Impuls einen dauerhaften Schaltzustand verändern soll.

Kann ein Tastschalter auch ein Wechselschalter sein?

Ja. Tastschalter sind je nach Hersteller in unterschiedlichen elektrischen Schaltungsarten erhältlich. Gira bietet beispielsweise Tastschalter als Aus-/Wechselschalter, Kreuzschalter und 2-fache Wechselschalter an.

Kann ein Wippschalter durch einen Tastschalter ersetzt werden?

Das kann bei passender elektrischer Schaltungsart grundsätzlich möglich sein, darf aber nicht allein anhand der Bedienform entschieden werden. Einsatz, Klemmenbelegung, Schalterprogramm, Abdeckung und vorhandene Installation müssen zueinander passen.

Zeigt die Stellung eines Wippschalters immer an, ob das Licht eingeschaltet ist?

Nein. Bei einer einfachen Ausschaltung kann die Wippenstellung mit dem Schaltzustand zusammenfallen. Bei Wechsel- oder Kreuzschaltungen kann das Licht jedoch an einer anderen Schaltstelle umgeschaltet werden. Die Stellung einer einzelnen Wippe zeigt dann nicht zuverlässig den aktuellen Lichtzustand.

Warum werden Tastschalter eingesetzt?

Ein wesentlicher Vorteil ist die immer gleiche Ruhestellung der Bedienfläche. Das kann insbesondere bei mehreren Schaltern nebeneinander oder bei designorientierten Schalterprogrammen für ein einheitlicheres Wandbild sorgen.