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Moderne Garage mit Beleuchtung, Steckdosen, Torantrieb und Elektroinstallation
Ratgeber Garage

Elektroinstallation in der Garage richtig planen

Licht, Garagentor und ein paar Steckdosen – damit beginnt die Elektroinstallation in vielen Garagen. Später kommen oft E-Bikes, Werkzeug, Außenbeleuchtung, eine Wallbox oder Photovoltaik hinzu. Wer solche Möglichkeiten früh berücksichtigt, erspart sich später unnötige Umbauten.

Was sollte eine Garage elektrisch können?

Das hängt vor allem davon ab, wie die Garage genutzt wird. Für einen reinen Stellplatz reichen deutlich weniger Anschlüsse als für eine Garage mit Werkbank, Fahrrädern, Ladegeräten oder elektrischen Gartengeräten.

Deshalb lohnt es sich, vor der Installation einmal durchzugehen, welche Geräte heute schon genutzt werden und was in den nächsten Jahren dazukommen könnte. Eine zusätzliche Steckdose oder ein vorbereiteter Leitungsweg lässt sich während Bau oder Sanierung deutlich einfacher umsetzen als später.

Die eigentliche elektrische Auslegung übernimmt anschließend die Elektrofachkraft. Für die Vorbereitung reicht es zunächst, Nutzung und gewünschte Anschlüsse festzulegen.

Diese Fragen helfen bei der Planung

  • Wird die Garage nur als Stellplatz oder auch als Werkstatt genutzt?
  • Wo sollen E-Bikes, Akkus oder Werkzeuge geladen werden?
  • Gibt es eine Werkbank oder Regale mit eigenen Stromanschlüssen?
  • Soll das Garagentor elektrisch betrieben werden?
  • Wird auch vor der Garage Strom oder Licht benötigt?
  • Ist später eine Wallbox oder Photovoltaikanlage geplant?

Eine Garage kann sehr unterschiedlich genutzt werden

Schon die Nutzung entscheidet darüber, wie umfangreich die Elektroinstallation ausfallen sollte.

Stellplatz

Fahrzeug und Lagerfläche

Hier stehen Beleuchtung, Garagentorantrieb und einige gut erreichbare Steckdosen im Vordergrund. Strom wird beispielsweise für Staubsauger, Ladegeräte oder kleinere Geräte benötigt.

Werkstatt

Werkbank und Elektrowerkzeug

Wer in der Garage schraubt, sägt oder Fahrräder repariert, braucht mehr Steckdosen und vor allem Licht direkt am Arbeitsplatz. Auch stärkere Elektrogeräte können bei der Stromkreisplanung eine Rolle spielen.

Technik

Wallbox, PV und automatische Steuerung

Wallbox, Photovoltaik oder eine vernetzte Licht- und Torsteuerung erweitern die klassische Elektroinstallation. Dafür können weitere Leitungswege und Platz in der Verteilung benötigt werden.

Produkte rund um die Garageninstallation

Je nach Nutzung werden in einer Garage unter anderem Leitungen, Verteiler, Leuchten und Komponenten für die Ladeinfrastruktur eingesetzt.

So lässt sich die Garage vorab durchgehen

Ein Rundgang durch die geplante oder vorhandene Garage reicht oft schon aus, um viele spätere Fragen früh zu erkennen.

1 Geräte aufschreiben

Torantrieb, Beleuchtung, Werkzeuge, Ladegeräte, E-Bikes, Reinigungsgeräte und andere elektrische Verbraucher notieren.

2 Steckdosen einzeichnen

Anschlüsse direkt dort vorsehen, wo sie später genutzt werden: an Werkbank, Regalen, Stellplatz oder neben dem Tor.

3 Lichtbereiche festlegen

Nicht nur den Raum als Ganzes betrachten. Werkbank, Regale und Laufwege können zusätzliches Licht benötigen.

4 Außenbereich nicht vergessen

Einfahrt, Garagentor und der Bereich vor der Garage können Außenbeleuchtung oder eine Außensteckdose benötigen.

5 An spätere Geräte denken

Eine Wallbox, weitere Werkzeuge oder zusätzliche Ladegeräte können den Strombedarf später verändern.

6 PV auf dem Dach prüfen

Soll das Garagendach einmal für Photovoltaik genutzt werden, können Leitungswege schon früh berücksichtigt werden.

Wo wird in einer Garage Strom gebraucht?

Die markierten Stellen zeigen typische Bereiche für Steckdosen, Beleuchtung, Torantrieb und eine mögliche Wallbox.

Garage mit markierten Bereichen für Steckdosen, Licht, Torantrieb und Wallbox

Wann sind mehrere Stromkreise in der Garage sinnvoll?

Eine Lampe und zwei Steckdosen stellen andere Anforderungen als eine Werkstatt mit mehreren Elektrowerkzeugen. Kommen zusätzlich Torantrieb, Außenbeleuchtung oder eine Wallbox hinzu, wächst der Strombedarf weiter.

Mehrere Stromkreise können außerdem dafür sorgen, dass verschiedene Bereiche unabhängig voneinander funktionieren. Fällt beispielsweise ein Steckdosenstromkreis aus, muss nicht automatisch auch die Garagenbeleuchtung ausfallen.

Wie viele Stromkreise tatsächlich benötigt werden und welche Geräte getrennt versorgt werden, legt die Elektrofachkraft anhand der vorhandenen Elektroanlage und der geplanten Verbraucher fest.

Typische Verbraucher in der Garage
  • Garagenbeleuchtung
  • allgemeine Steckdosen
  • elektrischer Torantrieb
  • Elektrowerkzeuge
  • Außenbeleuchtung
  • E-Bike-Ladegeräte
  • Wallbox

Wie viele Steckdosen braucht eine Garage?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr, wo Strom später wirklich gebraucht wird. Besonders schnell fehlen Steckdosen an der Werkbank, neben Fahrrädern oder an Regalen mit Akku-Ladegeräten.

Auch Geräte berücksichtigen, die nicht täglich genutzt werden: Staubsauger, Hochdruckreiniger, Kompressor, Ladegerät oder Gartengeräte brauchen ebenfalls einen Anschluss.

Liegen Steckdosen an den richtigen Stellen, werden später deutlich weniger Verlängerungsleitungen und Steckdosenleisten benötigt.

Hier werden Steckdosen häufig gebraucht
  • an der Werkbank
  • bei E-Bikes und Fahrrädern
  • an Regalen mit Ladegeräten
  • in der Nähe des Garagentors
  • am Stellplatz
  • gegebenenfalls im Außenbereich

Steckdose, Leitung und Abzweigkasten im Beispiel

Die folgenden Artikel zeigen drei typische Bestandteile einer Garageninstallation: Steckdose, Installationsleitung und Abzweigkasten.

NYM-J 3x2,5 Quadratmillimeter Mantelleitung
Leitung NYM-J 3×2,5 mm²

Mantelleitung für dafür vorgesehene feste Installationen innerhalb von Gebäuden.

NYM-J ansehen →
Hensel DE9320 Kabelabzweigkasten
Abzweigkasten Hensel DE9320 IP65

Kabelabzweigkasten für Leitungsverbindungen in Garage, Werkstatt und weiteren Installationsbereichen.

Hensel DE9320 ansehen →
Busch-Jaeger ocean 2-fach SCHUKO Steckdose
Steckdose Busch-Jaeger ocean 2-fach

Zweifach-Steckdose aus dem ocean Programm für dafür vorgesehene Installationsbereiche.

Steckdose ansehen →

Welche Leitungen werden in der Garage verwendet?

Für feste Leitungen innerhalb von Gebäuden wird häufig NYM-J Mantelleitung verwendet. Muss eine freistehende Garage über das Erdreich versorgt werden, kommen dafür vorgesehene Erdkabel wie NYY infrage.

Welcher Leitungstyp und welcher Querschnitt benötigt werden, hängt unter anderem von Leitungslänge, Verlegeart und dem späteren Strombedarf ab.

Gerade bei einer Wallbox oder stärkeren Maschinen sollte deshalb nicht einfach ein häufig genannter Kabelquerschnitt übernommen werden. Die Leitung muss für die konkrete Installation berechnet werden.

Für eine freistehende Garage führen NYY-Erdkabel zu den dafür vorgesehenen Kabeln im Shop.

Häufige Begriffe
  • NYM-J: häufig für feste Leitungen innerhalb von Gebäuden
  • NYY: Kabel für dafür vorgesehene Erd- und Außenverlegungen

Welche Schutzart braucht eine Steckdose in der Garage?

Nicht jede Garage ist gleich. Eine trockene, geschlossene Garage stellt andere Anforderungen als ein Bereich, in den bei geöffnetem Tor Feuchtigkeit gelangt oder in dem viel Staub entsteht.

Deshalb entscheidet der Montageort darüber, welche Schutzart benötigt wird. Die IP-Kennzeichnung zeigt unter anderem, wie gut ein Gehäuse gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist.

Mehr zum Aufbau der Kennzeichnung erklärt der Ratgeber zu IP-Schutzarten .

  • IP44: unter anderem gegen allseitiges Spritzwasser geschützt
  • IP54: zusätzlicher Schutz gegenüber Staub
  • IP65: staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt
  • Nicht jede Steckdose oder Leuchte in einer Garage benötigt automatisch IP65.
  • Entscheidend sind die Bedingungen am jeweiligen Einbauort.
Gut beleuchtete Garage mit Deckenleuchte

Wie wird eine Garage gut beleuchtet?

Eine einzelne Leuchte in der Mitte der Decke funktioniert für einen Stellplatz, stößt aber schnell an Grenzen. Sobald seitlich am Fahrzeug gearbeitet wird oder eine Werkbank vorhanden ist, entstehen Schatten.

Besser ist es, die Beleuchtung nach Bereichen aufzuteilen. Die Grundbeleuchtung sorgt für Licht im gesamten Raum. An Werkbank, Regalen oder anderen Arbeitsplätzen kann zusätzlich eine eigene Leuchte eingesetzt werden.

Ein Bewegungsmelder kann das Licht beim Betreten der Garage automatisch einschalten. Gerade mit vollen Händen oder beim Einfahren mit dem Fahrzeug ist das angenehm.

Stellplatz

Gleichmäßige Beleuchtung für Fahrzeug und Laufwege.

Werkbank

Zusätzliches Licht direkt am Arbeitsplatz.

Regale

Leuchten so positionieren, dass hohe Regale nicht unnötig Schatten erzeugen.

Leuchten für Garage und Werkbank

Länge, Lichtleistung und Schutzart unterscheiden sich je nach Leuchte. Für einen Stellplatz kann eine andere Ausführung ausreichen als für eine längere Garage oder einen Arbeitsbereich.

Licht und Garagentor automatisch steuern

In der Garage lassen sich einige Abläufe automatisieren, ohne gleich das ganze Gebäude zum Smart Home umzubauen.

Licht bei Bewegung

Ein Bewegungsmelder kann das Garagenlicht automatisch einschalten.

Garagentor bedienen

Elektrische Torantriebe können je nach System per Funk oder eingebundener Steuerung bedient werden.

Torstatus prüfen

Sensoren können anzeigen, ob das Garagentor geöffnet oder geschlossen ist.

Außenlicht schalten

Einfahrt und Garagentor können gemeinsam mit einem Bewegungsmelder beleuchtet werden.

Temperatur und Feuchtigkeit

Sensoren können Werte in der Garage erfassen und an ein Smart-Home-System übertragen.

Verbrauch erfassen

Mit dafür vorgesehenen Komponenten lässt sich der Stromverbrauch einzelner Geräte oder Stromkreise messen.

Garagentor per Funk bedienen

Ein elektrischer Torantrieb gehört für viele Garagen inzwischen zur Grundausstattung. Bei der Elektroplanung sollte deshalb früh feststehen, wo der Antrieb sitzt und wie er mit Strom versorgt wird.

Busch-Jaeger ocean Wippschalter
Schalter Busch-Jaeger ocean Wippschalter

Schalter aus dem ocean Programm für dafür vorgesehene Installationsbereiche.

Wippschalter ansehen →

Wallbox später nachrüsten: Was sollte vorbereitet sein?

Auch wenn noch kein Elektroauto vorhanden ist, kann eine spätere Wallbox bei der Elektroplanung bereits berücksichtigt werden.

Wallbox

Leitungsweg bis zum Stellplatz

Besonders der Weg vom Verteiler bis zum späteren Standort der Wallbox lässt sich während Bau oder Sanierung leichter vorbereiten.

Welche Leitung und Absicherung später benötigt werden, hängt von Wallbox, Ladeleistung und vorhandener Elektroanlage ab.

  • Standort der Wallbox festlegen
  • Leitungsweg berücksichtigen
  • Platz in der Verteilung vorsehen
  • gewünschte Ladeleistung festlegen
  • Anforderungen der konkreten Wallbox prüfen
Photovoltaik

Lohnt sich Photovoltaik auf dem Garagendach?

Ein Garagendach kann zusätzliche Fläche für PV-Module bieten. Gerade wenn das Hausdach bereits belegt ist oder die Garage günstig zur Sonne liegt, kann die Fläche in die PV-Planung einbezogen werden.

Ob das tatsächlich funktioniert, hängt unter anderem von Fläche, Dachaufbau, Statik, Verschattung und Ausrichtung ab.

  • verfügbare Dachfläche prüfen
  • Verschattung berücksichtigen
  • Dachaufbau und Statik prüfen
  • Leitungsweg vom Dach berücksichtigen
  • Einbindung in die PV-Anlage planen

PV-Module für das Garagendach

Auf kleineren Dachflächen spielen neben der Leistung auch Modulabmessungen, Dachaufbau und die geplante Belegung eine Rolle. Die beiden Module zeigen Beispiele aus dem Voltking Sortiment.

Axitec Full Black Solarmodul
PV-Modul Axitec Full Black Modul

Beispiel für ein Photovoltaikmodul aus dem Voltking Sortiment für die Planung kleinerer Dachflächen.

PV-Module ansehen →

Weitere Ratgeber zur Garage und Elektroinstallation

Was sollte vor dem Termin mit dem Elektriker feststehen?

Für die erste Planung muss noch kein technischer Schaltplan vorhanden sein. Viel wichtiger ist, dass klar ist, wie die Garage später genutzt werden soll.

  • Position von Fahrzeug und Garagentor
  • Standort einer möglichen Werkbank
  • Regale und Ladeplätze
  • gewünschte Steckdosen
  • Beleuchtung und Arbeitslicht
  • Außenlicht und Außensteckdosen
  • spätere Wallbox
  • Photovoltaik auf dem Garagendach
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Anschluss und Prüfung durch eine Elektrofachkraft

Leitungsquerschnitte, Stromkreise, Schutzgeräte und Anschlüsse müssen auf die vorhandene Elektroanlage und die geplanten Verbraucher abgestimmt werden. Anschluss, Absicherung und elektrische Prüfung gehören deshalb in die Hände einer Elektrofachkraft.

Häufige Fragen zur Elektroinstallation in der Garage

Braucht eine Garage einen eigenen Stromkreis?

Das hängt davon ab, welche Geräte und Funktionen vorgesehen sind. Bei Beleuchtung, mehreren Steckdosen, Werkzeugen, Torantrieb oder weiteren Verbrauchern kann eine Aufteilung auf mehrere Stromkreise erforderlich oder zweckmäßig sein. Die konkrete Ausführung legt die Elektrofachkraft fest.

Wie viele Steckdosen sollte eine Garage haben?

Dafür gibt es keine feste Zahl. Entscheidend ist, wo später Geräte angeschlossen werden. Werkbank, Fahrräder, Ladegeräte, Regale, Stellplatz und Garagentor sollten dabei einzeln betrachtet werden.

Welche Schutzart braucht eine Steckdose in der Garage?

Das hängt vom Montageort ab. In trockenen Innenbereichen können andere Anforderungen gelten als in Bereichen mit Feuchtigkeit, Staub oder Wassereinwirkung. Die Schutzart wird daher für den jeweiligen Einbauort gewählt.

Welche Beleuchtung eignet sich für eine Garage?

Häufig werden robuste LED-Leuchten eingesetzt. Für Werkbank oder Arbeitsbereiche kann zusätzlich zur allgemeinen Raumbeleuchtung eine weitere Leuchte sinnvoll sein. Die benötigte Schutzart richtet sich nach dem Montageort.

Sollte eine Wallbox schon beim Garagenbau eingeplant werden?

Wenn eine spätere Wallbox denkbar ist, können Leitungsweg, Montageort und Platz in der Elektroverteilung bereits beim Bau berücksichtigt werden. Leitung und Schutztechnik werden später anhand der konkreten Wallbox festgelegt.

Kann auf einem Garagendach Photovoltaik installiert werden?

Grundsätzlich können auch Garagendächer für PV-Module genutzt werden. Entscheidend sind unter anderem Fläche, Statik, Dachaufbau, Ausrichtung und Verschattung.

Braucht eine Garage einen eigenen Kleinverteiler?

Nicht jede Garage benötigt eine eigene Unterverteilung. Bei mehreren Stromkreisen, größerer Entfernung zum Haus oder umfangreicherer Technik kann sie jedoch Teil der Planung sein.

Welche Leitung wird zu einer freistehenden Garage gelegt?

Für dafür vorgesehene Erdverlegungen werden beispielsweise NYY-Kabel eingesetzt. Welcher Kabeltyp und welcher Querschnitt benötigt werden, hängt von Entfernung, Verlegeart, Belastung und geplanter Nutzung der Garage ab.